Postfotografie - Du hast 27 Schuss

Gerade habe ich die letzte Kamera verteilt, so dass nun in Siegen 23 Stück kursieren. Ich habe eine Liste mit den Namen angefertigt, über die ich einfach abkreuzen kann, wem ich eine Kamera gegeben habe, ob ich sie zurück habe und ob die Person abzüge möchte. Wenn ja muss ich die Bilder doppelt entwickeln lassen. Zudem brauche ich die Fotos digital - also Entwicklung mit Foto-CD.
Ich habe bereits Etiketten mit den Namen beschriftet, die ich auf die Kameras kleben kann, wenn sie zurück kommen. Beim eintüten muss ich aufpassen, zu dokumentieren, welche Kamera welche Auftragsnummer hat - ich bekomm die Kamera selbst ja nicht zurück. Das macht es schwierig zu rekonstruieren, wer welche Bilder gemacht hat.

Darüber hinaus habe ich einige Nachrichten von Menschen bekommen, die sich auch außerhalb von Siegen Einwegkameras gekauft haben und sie mir schicken wollen.

Was macht das Projekt so spannend?

Jede Kamera hat (mindestens 27) Bilder. Man kann nicht überprüfen, ob das Bild geworden ist und wenn der Film voll ist, ist er voll. Zudem befinden sich meine Fotografinnen in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis zu mir und der öffentlichkeit. Sie wissen, dass die Bilder veröffentlich werden und eventuell auch in einer Ausstellung präsentiert werden. Welche Erwartungen werden sie an sich selbst stellen, ohne dass ich sie formuliert habe? Wird man anhand der Fotos erkennen können, wer sie gemacht hat?

Ich bin sehr gespannt.